Waren Sie schon oft im Fernsehen? Die meisten von uns werden diese Frage mit „nein” beantworten. Und da eine Videoproduktion ein klein wenig wie „ins Fernsehen kommen” ist, bauen sich für so manchen Ängste und Unsicherheiten auf, wenn der Termin mit dem Videoworker vereinbart ist.

Zum Glück ist so eine Videoproduktion weniger kompliziert, als man sich landläufig vorstellt. Wenigstens der Videoworker macht’s ja nicht das erste Mal – zum einen hat er eine spezifische Vorbildung, zum anderen meist schon Dutzende oder gar Hunderte dieser Portraits produziert.

Damit Sie für sich und Ihr Unternehmen das meiste aus dem Dreh heraus holen, hier eine Liste mit Tipps, die Ihnen und Ihren Kollegen Ihren Videodreh erleichtern.

Vor dem Dreh:

  1. Wählen Sie „videofreundliche” Kleidung. Die Videotechnik reagiert auf bestimmte Muster in der Kleidung mit unnatürlichem Flimmern. Daher sollte das Tragen von eng gestreiften, gemusterten oder gepunkteten Kleidungstücken vermieden werden, die diesen „Moiree-Effekt“ erzeugen. Bitte vermeiden Sie auch reinweiße Kleidung.

  2. Wählen Sie „themenrelvante” Kleidung. Stellen Sie bitte auch sicher, dass am Drehtag alle Mitwirkenden entsprechend Ihren Vorstellungen und den sicherheitsrelevanten Vorgaben Ihrer Branche gekleidet sind (z.B. saubere Arbeits-, Berufs- und Sicherheitskleidung, Schutzbrillen, Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe etc.). Und in einer seriösen Anwaltskanzlei sollten Ihre Mitarbeiter vielleicht auch nicht im Hawaiihemd am Schreibtisch sitzen, oder?

  3. Tragen Sie nur „zugelassene” Kleidung. Ganz wichtig: Manche Berufsstände (Ärzte, Rechtsanwälte) haben Richtlinien formuliert, wie man sich zulässig werblich präsentiert, und was nicht zulässig ist (und somit teuer kommt). So sollten Ärzte nicht in Ärztekitteln oder mit arzttypischen Instrumenten/Attributen (z.B. Stethoskop) vor die Kamera treten – etwaige Abmahner würde es freuen.

  4. Bereiten Sie die Drehorte angemessen vor. Wie sollte eine Autowerkstatt Ihres Vertrauens aussehen? Wie der Architekt Ihres Vertrauens arbeiten? Stellen Sie sich diese Frage – und stellen Sie sicher, dass es bei Ihnen zum Dreh so aussieht, wie Sie es sich wünschen. Das gibt Sicherheit – und Stolz, ein Unternehmen zu repräsentieren, das Vorbildfunktion hat.

  5. Bereiten Sie sich vor, aber lernen Sie nicht auswendig. Sie kennen die Highlights Ihres Hauses, die überzeugendsten Vorteile am besten. Machen Sie sich eine Liste dieser Vorteile und stimmen diese auch zum Dreh mit dem Videoworker ab. Lassen Sie sich von ihm während der Arbeit die Stichworte zuwerfen und antworten „frei Schnauze” – aber bitte lernen Sie die Antworten nicht auswendig, denn dann ist es schwer, sie natürlich ‘rüberzubringen. Sich in der Vorbereitung an den fünf „W”s längs zu hangeln. Sie lauten (leicht modifiziert): Wer (sind wir/bin ich)? Was (machen wir, was machen wir anders)? Wann und wo (haben wir begonnen – geöffnet)? (Für) Wen (arbeiten wir)?

Beim Dreh:

  1. Vertrauen Sie Ihrem Videoworker. Siehe oben: Er hat einen Erfahrungsschatz, den er gern für Sie in Wert setzt. Vertrauen Sie darauf. Besprechen Sie gern Ihre Vorschläge und Ideen zu Drehorten und Statements, aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn er nicht immer darauf eingeht. Nicht alles, was man sich im stillen Kämmerlein überlegt, funktioniert am Ende im Video.

  2. Versuchen Sie, störende Einflüsse zu minimieren. Vielleicht kann mal eine Stunde lang das Handy schweigen und das Vorzimmer Anrufer abwimmeln? Vielleicht wird in dieser Stunde nicht an tatsächlichen Aufträgen, sondern „nur” an schönen Bildern für die Kamera gearbeitet? Konzentrieren Sie sich bitte ein bis zwei Stunden voll auf den Dreh – das macht Ihnen das Drehen leichter (und Sie am Ende mit dem Ergebnis zufriedener).

  3. Haben Sie keine Angst vor Versprechern. Wissen Sie, was das Schöne an Video ist? Die Löschtaste. Sie müssen nicht jeden Satz auf die Goldwaage legen. Sie dürfen sich versprechen, lachen, auch mal Dampf ablassen – das kommt alles nicht mit in den endgültigen Schnitt. Da kommen nur Ihre Schokoladenseiten rein – deshalb brauchen Sie sich nicht unter Druck zu setzen.

  4. Formulieren Sie kurze, knappe Sätze, die das Wesentliche beinhalten. Bandwurmsätze sind schwer zu verstehen (und noch schlechter zu schneiden). Versuchen Sie deshalb, kurze und knappe Aussagen zu machen – Ihre Zuschauer werden’s Ihnen danken.

  5. Versuchen Sie nicht, zum Schauspieler zu werden. Denn die haben’s gelernt, und Sie vermutlich nicht. Seien Sie, was sie sind: ein guter Berater, ein guter Shopinhaber, ein guter Arzt oder Unternehmer. Tun Sie dass, was Sie regelmäßig tun – sprechen Sie für sich und Ihr Unternehmen. Wenn Sie dies tun, dann sind Sie authentisch – und genau so möchte Sie ihr Kunde von morgen erleben.

Zehn Tipps, für die Sie keinen Kurs zu absolvieren brauchen. Probieren Sie’s einfach mal aus und Sie werden sehen – Sie werden schneller zum Profi vor der Kamera, als Sie denken!